"... aber Steine reden nicht" von Carlo Ross (HS/L8)

 

Inhalt

Buchgattung, Textsorte

Die im Buch angesprochenen Probleme

Literarische Verfahrensweise

Charakteristik der Hauptpersonen

Anmerkungen zum Einsatz im Unterricht

Vorschläge für Deutsch

Stundenskizze für Geschichte


Inhalt:

Der Autor Carlo Ross schildert in "...aber Steine reden nicht" das Zusammenleben verschiedener Menschen in einer Armeleutstraße, welche "Stiege" genannt wird.
Im Jahre 1938 zieht der jüdische Junge David Rosen mit seiner Mutter Hanna in diese Straße. Christen, Juden, Sozialdemokraten, Kommunisten und Nationalsozialisten leben hier in enger Nachbarschaft miteinander.
Alle haben mit den schweren Problemen dieser Zeit, nämlich steigende Arbeitslosigkeit und Geldknappheit, zu kämpfen.
David und seine Mutter finden schnell Anschluss in der neuen Umgebung. Jedoch treten allmählich verhäufte Angriffe gegen Juden auf. Hanna bekommt z. B. keine Milch mehr bei der Bäuerin Freudewald zu kaufen; sie muss die Stiege für Frau Densch putzen.
Zudem muss David mit seinem Freund Alex die "arische" Schule verlassen.
Der ausschlaggebende Anlass von Übergriffen gegen jüdische Menschen ist die sogenannte "Reichskristallnacht". In dieser Nacht werden auf offener Straße zwei Juden der Straße, die alte Frau Tichowitz und der Wurstverkäufer Menes, von Nationalsozialisten zu Tode getreten.
Ab dieser schrecklichen Nacht verändern sich die Lebensbedingungen von David und seiner Mutter sehr rasch. Beide werden von den Mitmenschen gemieden. ...

 


Buchgattung, Textsorte:

Das Buch lässt sich der problemorientierten Jugendliteratur zuordnen, da konkrete Bezüge zum Antisemitismus der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts dargestellt werden. Vordergründig werden verschiedene Probleme einzelner Familien aufgearbeitet. Dabei wird vor allem das Schicksal der jüdischen Menschen beleuchtet.
Der Autor Carlo Ross greift in diesem Buch die Geschichte seiner Jugend auf. Daher kann man es der Kategorie Erinnnerungsroman zuordnen.
Die Handlung ist eine authentischen Darstellung, so wie sie vermutlich Carlo Ross erlebt hat. Auf diese Weise bekommen die jungen Leser einen realistischen Einblick in diese Zeit.
Die dargestellten Figuren ermöglichen nämlich einen Zugang zum Denken und Handeln einzelner Personen.
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Die im Buch angesprochenen Probleme:

Vordergründiges Problem im Buch ist die soziale und wirtschaftliche Not dieser Zeit. Aus diesem Anlass heraus, werden die Menschen in der Siedlungsstraße angehalten, sich so gut es geht zu arrangieren. Erst als tätliche Übergriffe von Seiten der Nationalsozialisten überhand nehmen, sind zuerst die jüdischen Menschen in der Straße davon betroffen. Viele von ihnen finden dabei den Tod.
Weiters wird aufgezeigt, wie sich Menschen unterschiedlicher politischer Richtungen im Zusammenleben arrangieren können. Anfangs klappt es sehr gut. Erst als die Nationalsozialisten mit jüdischen Hetzkampagnen beginnen, entsteht ein tiefer Riss zwischen ihnen.
Man sieht genau, mit welchen propagandistischen Mitteln gearbeitet wird, um zwischen die Leute, die sich einst so gut verstanden, einen Keil zu treiben. Dabei gibt es nicht selten Todesopfer.
Der Leser erfährt zudem von tätlichen Übergriffen von Seiten der Nationalsozialisten speziell in Inhaftierungslagern oder bei der Erpressung von Geständnissen. Der Leser spürt anhand der dargestellten Figuren im Buch die Angst der Menschen, die bereits solche Erfahrungen gemacht haben.
In der zentralen Auseinandersetzung steht das Problem der Judendiskriminierung bis hin zur "Endlösung". Die beiden Identifikationsfiguren des Buches, Hanna und David Rosen, ...

 


Literarische Verfahrensweise:

Die Botschaft des Autors ist in leicht verständlicher Sprache dargestellt, welche dem Erfahrungshorizont der Schüler entspricht.

Teilweise finden sich abstoßende, arische Hetzparolen, welche von Seiten der Deutschen gegenüber Juden ausgesprochen wurden. Gerade anhand dieser Aussagen können die Schüler erkennen, in welcher Weise Juden vom Leben ausgeschlossen wurden.

Im Text finden sich zudem viele typische jüdische Ausdrücke, die jedoch zum Schluss des Buches erklärt werden.

Die äußere Handlung stellt aus der Sicht eines neutralen Beobachters die verschiedenen Probleme im Zusammenleben einiger politisch Andersdenkender dar. Der Erzähler geht dabei genau auf politische Ereignisse und deren Auswirkungen in der Bevölkerung ein (z. B. die "Reichskristallnacht"). Ab diesem Zeitpunkt treten Anfeindungen gegenüber jüdischen Menschen sehr deutlich hervor.

Die innere Handlung befasst sich mit dem Leben der Familie Rosen, als sie in diese Straße ziehen. Im zentralen Mittelpunkt steht dabei, wie sie das Schicksal auf ihre individuelle Weise meistern können.

Das Buch hat in Bezug auf beide Handlungsebenen ein offenes Ende, da es einen Fortsetzungsband gibt. Am Ende dieses Bandes tauchen folgende Fragen auf:

· Wie geht das Leben der Familie weiter? ® äußere Handlung

· Wie entwickelt sich die Person David Rosen? ® innere Handlung

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Charakteristik der Hauptpersonen:

Hanna und David Rosen sind gewissermaßen die Identifikationsfiguren des Buches. Beide Familienmitglieder haben in ihrem bisherigen Leben längst vergessen, dass sie Juden sind. Erst als Hitler an die Macht kommt, werden sie von Tag zu Tag immer mehr aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Sie müssen bittere Erfahrungen im Zusammenleben mit Deutschen machen.

Hanna
Hanna ist eine Frau, die trotz schwerer Schicksalsschläge den Lebensmut bis zum Schluss des Buches nicht verloren hat. Ihr Mann stirbt im 1. Weltkrieg, und sie muss in einer wirtschaftlich schlechten Zeit alleine für ihren Jungen sorgen.
Anfangs scheint es, dass sich beide in der Siedlungsstraße integrieren können, da Hanna unter den Nachbarn gut aufgenommen wird. Erst als die Macht der Nationalsozialisten überhand nimmt, muss sie auch von den Nachbarn Anfeindungen hinnehmen. So befiehlt ihr z. B. Frau Densch, zuerst das Stiegenhaus, dann die Wohnung zu putzen. Hanna Rosen nimmt diesen Auftrag eher gelassen hin, und erledigt diese Arbeit für die Nachbarin. Sogar Frau Densch wundert sich über Hannas Gutmütigkeit.
Obwohl Hanna nicht sehr viel besitzt, hilft sie jederzeit anderen Menschen weiter, die noch mehr Not als sie leiden müssen. Sie leiht sogar ihrer Nachbarin Geld.

David
David besitzt großteils ähnliche Eigenschaften wie seine Mutter. Auch er gewöhnt sich relativ schnell in die neue Umgebung ein. Er hält sogar Kontakte zu einem deutschen Jungen, welchen er als Freund bezeichnen kann. Bis dessen Mutter die Freundschaft zu ihrem Sohn untersagt.
David hilft ebenfalls anderen Menschen weiter, wo er nur kann. So z. B. bei der schweren Bombardierung des Hauses Nr. 11. Ihm ist es egal, ob er Menschen retten kann, die ihm ...

 


Anmerkungen zum Einsatz im Unterricht:

Das Buch eignet sich in hervorragender Weise zur Bearbeitung jüdischer Schicksale während der Zeit des Nationalsozialismus. Gerade anhand dieser dargestellten Handlung erkennen die Schüler, in welcher Weise sich der Ausschluss aus dem öffentlichen Leben vollzog.

Das Buch lässt sich gut fächerübergreifend für Deutsch, Geschichte und Religion einsetzen.

· Für den Bereich Deutsch ist es ratsam, das Buch zu lesen und das Verständnis für den Inhalt zu überprüfen.

· In Geschichte können historische Hintergründe dazu erarbeitet werden ® z. B. die "Reichskristallnacht".

· Da im Buch die jüdische Religion angesprochen wird und sogar einige typische Feste erwähnt werden, ist es für das Verständnis der Handlung ratsam, wenn man diesen Bereich in Religion durchnimmt.

Da im Buch die Hauptfigur ein junger Bursch darstellt, der in etwa das Alter der Leser hat, weckt die Handlung Betroffenheit bei den Jugendlichen. Dadurch können sie leichter für die Thematik sensibilisiert werden. Man kann sich mit der Hauptperson des Buches besser identifizieren.

Den Schülern wird die wahnsinnige Ideologie der Nationalsozialisten vor Augen geführt. Sie sollen zum Nachdenken über diese Zeit und zur Meinungsbildung angeregt werden. Denn nur so kann man auf aktuelle Probleme unserer Gesellschaft hinweisen, wie z. B. diverse ausländerfeindliche Äußerungen. ...

 


Vorschläge für Deutsch:
  • Einstiegsmöglichkeiten:

Stummer Impuls
Videoausschnitt
Zeitungsbericht

  • Hinführung auf das Buch:

    Der Lehrer konfrontiert die Schüler mit dem Cover des Buches. Anhand des Titelbildes erzählt der Lehrer in groben Zügen den Inhalt. Er macht sie mit der Familie Rosen bekannt, die in die Armeleutstraße zieht. In weiterer Folge werden kurz die Lebensverhältnisse in dieser Straße geschildert.
    Auf nähere Ausführungen sollte verzichtet werden, da die Schüler während dieser Phase lediglich auf das Buch neugierig gemacht werden sollen.

  • Literaturkartei:
Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

 


Kapitel 1:

Hanna Rosen zieht mit ihrem Sohn in eine Wohnung in die Armeleutstraße, welche "Die Stiege" genannt wird. Im Laufe des Tages macht sie mit verschiedenen Bewohnern des Hauses Bekanntschaft.

 

  • Beurteile kurz die einzelnen Nachbarn, die sich bei Hanna Rosen vorstellen!

Erich Zettlau

 

Erna Rothstein

 

Frau Densch

 

Kapitel 2:

Major Dickens kommt von der Arbeit nach Hause. Sofort wird besprochen, dass in das Haus Nummer 5 eine Witwe mit ihrem Sohn eingezogen ist. Hanna erkundigt sich bei Max Menes, dem Wurstverkäufer, über die Familie des Majors. Nachmittag gehen David und Alex zum Fluss schwimmen. Als sich ihr Gespräch auf Dachau richtet, tritt zwischen die beiden eine eigenartige Stimmung.

  • Suche aus dem ÖWB den Begriff "Antisemit" und schreibe dessen Bedeutung auf!
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  • Sprich mit deinem Nachbar darüber, wie sich "Antisemiten" gegenüber jüdischen Menschen verhalten könnten! Stelle dabei einen Bezug zum Buch her!
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  • ...

 


Kapitel 3:

Der Genosse Prohl wird bei einer Belagerung der Polizisten getötet. Am letzten Schultag erfährt Alex Menes von seinem Klassenlehrer Herrn Biederbeck, dass jüdische Schüler an der Abschlussfeier nicht mehr teilnehmen dürfen.

  • Wie würdest du dich fühlen, wenn du mit einer kleinen Gruppe von Schülern aus der Gemeinschaft ausgeschlossen würdest? Besprich deine Meinung mit deinem Nachbar!

  • ...

 


Kapitel 4:

Onkel Daniel wird vom Lager entlassen und erscheint bei der Wohnung von Hanna Rosen. Daniel bringt an diesem Abend einen Papagei mit nach Hause.

  • Woran lässt sich erkennen, dass Onkel Daniel über die Vergangenheit nicht reden will?
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  • ...

 


Kapitel 5:

Alex Menes geht mit seinem Vater einen Anzug für die Bar-Mizwa kaufen. Als sich das Gespräch auf die Feier richtet, äußert Alex, dass er nicht einsieht, warum er für diesen Anlass Hebräisch lernen sollte.

  • Schreibe anhand der Informationen im Buch eine kurze Beschreibung zum Fest "Bar-Mizwa"!
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  • ...

 


Kapitel 6:

Siegfried Dicke zieht mit seiner Familie fort, da sein Vater in Süddeutschland eine Arbeit bekommen hat. Fast jede Woche werden nun Luftschutzübungen abgehalten. Frau Oberlaß borgt sich von Hanna Geld aus, da ihr Mann keine Arbeit hat. Kurz sprechen die beiden über die triste Lage.

  • Wie schätzt du persönlich den ersten Absatz des Kapitels 6 auf Seite 52 in Bezug auf jüdische Menschen ein? Wie könnten sie sich dabei fühlen, wenn sie so etwas lesen?
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  • Welche politische Gesinnung könnte anhand der Aussage auf Seite 53 Frau Matzunke tragen?
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  • ...

 


Kapitel 7:

Daniel und Otto Zettlau, ein Sozialist, freunden sich an. In der Armeleutstraße werden Flugblätter verteilt, auf denen steht "Nieder mit Hitler"! Sofort hegt der Wachtmeister den Verdacht, dass sie in der Umgebung gedruckt werden.

 

  • Vergleiche die Meinungen von Frau und Herrn Zettlau in Bezug auf die politischen Ereignisse!

Frau Zettlau

Herr Zettlau

Arbeit

 

Übergriffe, Schnüffelei

 

Politische Einstellung

 


Kapitel 8:

Nach dem Austeilen der Flugzettel kommen Pieschke, Zettlau und Adonait auf eine Liste der Verdächtigen von der Gestapo. Noch vor Sonnenaufgang wird Herr Pieschke von Gestapo-Beamten von zu Hause abgeholt.
Erich, Alex und David produzieren Flugblätter, welche von David im Kino verteilt werden. Pieschke wird gefoltert, in der Hoffnung, dass er etwas über die Aktion erzählt.

  • Suche dir aus den vorgegebenen Aufgaben eine aus und beantworte sie!

Frau Zettlau passt es nicht, dass sich ihr Sohn mit David gut versteht. Sie hat Angst,
dass jemand von der Freundschaft erfahren könnte. Abends nimmt sie sich vor, mit ihrem Jungen über das Thema zu sprechen. Wie könnte ein Gespräch zwischen den beiden lauten?

Welche Gedanken könnten Hanna Rosen durch den Kopf gehen, als sie beim Milch holen von den anderen hört, dass sie ihren Kindern die Milch wegnähme?

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Kapitel 9:

Frau Freudewald gibt Hanna ebenfalls den Rat Deutschland zu verlassen. Im Polizeirevier langt eine anonyme Zuschrift ein, in der steht, dass noch nicht alle jüdischen Kinder aus den Schulen von Bolles Revier entfernt wurden. Eine Gasexplosion erschüttert die Gasse. Nach einem Besuch von Wachtmeister Bolle in der Schule werden Max und David von dort vertrieben. Menes wird in der Nacht von unbekannten Passanten zu Tode geprügelt.

  • Wie schätzt du Frau Freudewalds Einstellung in Bezug auf Hanna und David ein?
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  • Wie könnte ein Gespräch zwischen David und seiner Mutter verlaufen, als er ihr erzählt, dass er nun endlich eine jüdische Schule besuchen muss?
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  • ...

 


Kapitel 10:

Menes wird zu Grabe getragen. Otto Zettlau wird für den Westwallbau verpflichtet. Er verabschiedet sich von Daniel. Alex und David besuchen nun die jüdische Schule. Die alte Frau Rothstein nimmt sich das Leben. Alex kann durch die Jugendauswanderung nach Amerika flüchten.

  • Wie könnte der Abschied der beiden Freunde verlaufen?
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  • ...

 


Kapitel 11:

Erich Zettlau kommt mit einem Brief seines Vaters zu Daniel, der ihn lesen und entschlüsseln sollte. In der Reichspogromnacht finden auch in der Straße zahlreiche Übergriffe auf die Geschäfte und Einrichtungen der jüdischen Menschen statt. Dabei wird die alte Frau Tichowitz auf der Flucht von Deutschen getötet. Unter anderem kommt die Familie Cahn zu Tode.

  • Auf Seite 115 wird ein gewisser Herschel Grynspan genannt. Suche Informationen zu dieser Person!
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  • Suche im ÖWB den Begriff "Pogrom" und schreibe die entsprechende Bedeutung auf!
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  • ...

 


Kapitel 12:

In die Wohnung der alten Frau Tichowitz zieht ein SA-Mann namens Karl-Heinz mit seiner Frau Hildegard ein. Heinz Stein wird vom Wachtmeister Bolle bei einer nächtlichen Aktion tödlich verletzt. Emil Bolle verlässt Deutschland und stellt in den Niederlanden Antrag auf Asyl.

  • Fasse in einigen Sätzen die wesentlichsten Inhalte des Kapitels zusammen!
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  • ...

 


Kapitel 13:

Kalle, der Sohn von Frau Freudewald, wird abgeholt. Nun macht sie Frau Rosen den Vorschlag, dass David für sie Kartoffelschalen schleppen soll. Herr Hartmann, Davids Lehrer, gibt David den Auftrag, die in der Pogromnacht verschwundenen Thorarollen von einem Pfarrer zu holen. Erich will mit ihm nicht mehr Kontakt haben, da bei seiner Arbeitsstelle die Freundschaft zu ihm bekannt wurde. Frau Freudewald erfährt vom Tode Kallas. Hanna wird im Haus mit antisemitischen Äußerungen von Frau Densch konfrontiert. Frau Menes emigriert nach Amerika. Pfarrer Rohling wird verhaftet, weil er für Juden und Andersdenkende betet.

  • Wie fühlte sich David nachdem er erfahren hatte, dass Erich nicht mehr mit ihm Kontakt haben dürfe? Was könnte er am Abend in sein Tagebuch schreiben?
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Kapitel 14:

Der Krieg beginnt. Lebensmittelmarken werde ausgegeben. Der erste Fliegerangriff bringt schwere Schäden. Hanna und Erna müssen in einem kriegswichtigen Betrieb arbeiten. Erich Zettlau wird im Frühjahr durch einen Granatensplitter getötet. Daniel wird in Schutzhaft genommen.

  • Woran lässt sich erkennen, dass jüdische Menschen im täglichen Leben eingeschränkt wurden? Siehe Seite 177-178!
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  • Wie fühlte sich David, als er von seinem ehemaligen Freund Erich Zettlau Abschied nahm?
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Kapitel 15:

Jüdische Menschen müssen ab nun den gelben Stern sichtbar auf der Kleidung tragen. Bei einem schweren Bombenangriff wird der Hof der Frau Freudewald großteils zerstört. Das Haus Nr. 11 in der Armeleutstraße wird dabei schwer getroffen. David versucht, noch lebende Menschen aus den Trümmern zu retten. Im Januar 1942 werden Hanna und ihr Sohn zeitig am Morgen von einem Laster abgeholt.

  • In welcher Weise wurde das Leben der Juden eingeschränkt?
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Stundenskizze für Geschichte:

Didaktische Vorbemerkung

Der Antisemitismus lässt sich bis in das Mittelalter zurückverfolgen. Jedoch nahm er nie solche Auswüchse an, als zur Zeit des Nationalsozialismus. Diese politische Ideologie setzte nämlich bewusst den Antisemitismus ein, um bestimmte ideologische Ziele zu erreichen.

Bei diesem Unterrichtsvorschlag wird ein Schwerpunkt zum Thema Antisemitismus auf die sogenannte "Reichskristallnacht" gelegt. Dieses Kapitel der Geschichte wird in Verbindung mit dem Buch "... aber Steine reden nicht" aufgearbeitet, welches im Fach Deutsch gelesen und bearbeitet wird.

Bei dieser Unterrichtsskizze wird bewusst darauf geachtet, dass altersgemäße Beispiele aus der Lebenswelt der Schüler herausgegriffen werden. Somit soll eine stärkere Identifikation ...

 

Lernziele:

Die Schüler sollen

  • den Antisemitismus als gesellschaftliche Funktion erkennen.

  • einzelne Maßnahmen gegen Juden von Seiten der Nationalsozialisten erkennen.

  • sich in die Lage der Betroffenen versetzen können.

  • wichtige Begriffe zum Thema "Judenfeindlichkeit" wissen.

  • politische Hintergründe mit dem Buch "... aber Steine reden nicht" verbinden können.

  • angehalten werden, selbständig aus eine Text Informationen zu entnehmen.

 

Stundenverlauf:

Einstieg

  • Die Schüler werden mit dem Cover des Buches konfrontiert. Dazu gibt der Lehrer klärende Hinweise zum Einsatz von "...aber Steine reden nicht" im Geschichtsunterricht.

  • Anhand dieses Titelbildes sollen die Schüler in Partnerarbeit analysieren, welche geschichtlichen Inhalte darauf zu finden sind. Dazu schreibt der Lehrer einige Stichworte als Hilfe für die Erarbeitung an die Tafel. Z. B. Hinweis auf Hassparolen, äußere Merkmale von Juden und deutschen Menschen, Layout (Eventuell die Schüler auf das zersplitterte Glas aufmerksam machen).

  • ...

 

Verlauf

  • Der Lehrer schreibt den Begriff "Pogrom" an die Tafel Die Schüler bekommen den Auftrag, im ÖWB eine entsprechende Erklärung zu suchen. Aufarbeitung der Lösung in einer gemeinsamen Arbeit. Der Lehrer gibt dazu nötigenfalls weitere Erklärungen.

Anmerkung:

  • Durch diese Begriffssuche soll das Vorverständnis der Schüler zur Thematik gesichert werden. Dadurch wird gewährleistet, dass in der weiterführenden Arbeit keine Unklarheiten entstehen.

  • Die Schüler bekommen den Auftrag, im Lehrbuch zum Begriff "Reichskristallnacht" entsprechende Informationen zu suchen.

  • Dabei ist es hilfreich, wenn der Lehrer das entsprechende Kapitel eingrenzt, damit nicht zu viel Zeit beim Suchen verloren geht. Zur weiteren Hilfe kann der Name Herschel Grynspan ...
  • ...

 

Weiterführende Erarbeitungsmöglichkeiten

Rollenspiele

Die Schüler bekommen den Auftrag sich aus den vorgegebenen Situationen eine auszuwählen, zu der ein entsprechendes Rollenspiel gestaltet wird. Diese Vorschläge sind auf diverse Identifikationsfiguren des Buches abgestimmt. Jedoch sind es fiktive Szenen, die im Buch nicht vorkommen.
Den Schülern werden die einzelnen Vorgaben ausgeteilt, nach denen sie das Rollenspiel gestalten sollen. Für die Schüler können die angeführten Fragen eine Hilfe sein, die Handlung in eine gewisse Richtung zu lenken.
Während der Erarbeitungsphase übernimmt der Lehrer eine beratende Rolle. Den Schülern kann zum Beispiel eine Hilfestellung in Bezug auf das Aussehen, das Verhalten, die Haltung einzelner Menschen im Rollenspiel gegeben werden. 

 

Frau Elisabeth Schluckebier will wie gewöhnlich von ihrem hart ersparten Geld Socken in einem jüdischen Bekleidungsgeschäft kaufen. Sie wird aber bereits vor der Tür von zwei SA-Männern abgefangen, die sie auf folgende Tafel hinweisen, welche am Schaufenster angebracht ist:

Sie wird von den beiden Männern in ein Gespräch verwickelt.

Mögliche Leitfragen zur Erarbeitung:

Ÿ Wie traten die beiden SA-Männer auf?

Ÿ Wollten sie Frau Schluckebier von ihrer Ideologie überzeugen?

Ÿ Wie reagierte die Frau auf die Blockade des Geschäftes?

Ÿ Ließ sie sich von ihnen vom Einkauf abhalten?

Ÿ In welcher Weise könnte Simon Rosen in Erscheinung treten?

Beteiligte:
Elisabeth Schluckebier, 2 SA-Männer, Simon Rosen

....

 

Schreibanlässe:

Aus den unten angeführten Schreibanlässen können sich die Schüler einen auswählen, der in Einzelarbeit ausgefertigt wird. Die einzelnen Ergebnisse können der Klasse in einem Sitzkreis präsentiert werden.
Diverse Schreibanlässe stellen eine Verbindung zum Buch dar, wobei die Angaben eher fiktiv sind. Identifikationsfigur dieser Vorschläge ist großteils David Rosen.

Anmerkung:

Da sich die Schüler unterschiedliche Angebote auswählen können, wird eine gewisse Abwechslung in den Unterricht eingebracht. Diverse Ergebnisse können somit vielfältiger ausfallen. Für die Schüler sollte die Identifikationsfigur David eine Hilfe zum Schreiben sein.

 

  • David schreibt seinem Freund Alex, der sich mittlerweile in Amerika befindet, einen Brief, in dem er ihm die aktuellen Ereignisse in Deutschland schildert!

  • Welche Gedanken könnten David durch den Kopf gehen, als er erfährt, dass sein Flugblatt "Nieder mit Hitler" auf dem Polizeirevier auf Wachtmeister Bolles Schreibtisch landete?

  • David schreibt einen Tag nach der Reichskristallnacht in sein geheim geführtes Tagebuch. ...
  • ...

 

 
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Autor: Petra Öller   -
Zentrum für innovative Pädagogik an der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz
Layout. Elke Wöß
Letzte Aktualisierung:   17. September 2001

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