|
Stark gekürzter Inhalt des Grundsatzreferates zum ZIP/PI-Kurs am 24.4.1999 Die praktischen Beispiele zu pflanzenkundlichen Themen können im ZIP erfragt werden.
Beispielhaft einige der typischen Argumente persönliche Erfahrung.
Bis zum 10. Lebensjahr entwickelt sich bei den Kindern ein grundlegendes Bild von Welt. Daher spielt die Arbeit in der Grundschule eine Schlüsselrolle und zwar in allen Fächern! Einschränkungen und Defizite in dieser Zeit haben mit Sicherheit eine negative Auswirkung auf die Entwicklung der Kinder dieser Altersstufe. Konsequenz für die Arbeit mit Grundschülern:
Kinder sind im Lernprozess immer als ganze Person im Zusammenspiel zwischen Erleben, Erkennen und Handeln beteiligt. Bekannt ist ja die Forderung nach der Einheit von KOPF, HERZ und HAND, von DENKEN, FÜHLEN und HANDELN!
Das Denken dieser Altersstufe bezieht
sich auf konkrete Erfahrungen und Vorgänge. Erkenntnisgewinnung über konkrete Erfahrungen
durch Betrachten, Angreifen und Sinneseinsatz muss ermöglicht werden.
"Lernen mit allen Sinnen" ist nicht bloße Motivation, damit sich dann der eigentliche Unterricht anschließen kann, sondern iniitiert den Aneignungsprozess. Es ist mehr als "nette Abwechslung und "Spass haben", es ist entdeckende Auseinandersetzung mit der uns umgebenden Umwelt.
Auch der Körper will als "Sinnesorgan" ernstgenommen werden. Eine "psychomentale Aktiviertheit" ist Voraussetzung für gutes Lernen. Es gibt keine Untersuchung, die feststellt, das nur ruhiges, diszipliniertes Sitzen zum Erfolg führt - im Gegenteil, auf Dauer ist "Stillsitzen" und "Dauersitzen" gefährlich, denn das Bedürfnis nach Bewegung ist den Kindern eigen. Unruhe bedeutet nicht notwendigerweise Disziplinlosigkeit, sondern ist Selbstregulativ zur Entlastung.
Ganzheitliches Lernen muss auch bewegtes Lernen sein!
Bewegung hat einen hohen Anteil an der kognitiven Verarbeitung - das über alle Sinne erfahrene Wissen wird gleichsam "einverleibt". Eine lebendige, lernwirksame Verknüpfung
der Lerninhalte geschieht:
Das Wohlfühlen beim Lernen
schafft eine Bindung an die Sachverhalte und ermöglicht nachweislich effektiveres
Lernen.
Der normale Gebrauch unserer Sinne wird durch eine Informationsflut für die Fernsinne Sehen und Hören und durch eine zunehmende Unterforderung der Nahsinne Tasten, Riechen und Schmecken beeinträchtigt. So haben Untersuchungen ergeben, dass Kinder mit gesundem Gehör sich leisen Geräuschen nicht mehr zuwenden. Sie überhören sie einfach. Die Sensibilität läßt nach, ohne dass eine direkte Gehörschädigung eingetreten ist. (Vgl.: Jacobson, 1992, Sinneserfahrung und Umweltbildung) Ähnlich könnte es sich mit dem Sehsinn verhalten. Kinder übersehen vieles einfach. Unaufmerksame leben aber letztlich an den Erscheinungen der Umwelt, aber auch an den Mitmenschen vorbei. Eingeschränkte Wahrnehmung behindert nicht nur die eigene Entfaltung, sondern führen im weiteren Sinn auch zu Vorurteilen, Rücksichtslosigkeit und Stumpfheit. Es gilt, durch geeignete Maßnahmen die Kinder zu sensibilisieren. Sie sollen durch das Offensein für Eindrücke erfahrungsbereit werden.
Die Sachen müssen im Mittelpunkt
stehen!
Unterricht darf nicht zu kurz greifen.
Es darf im Sachunterricht nicht um Verkopfung, aber auch nicht um Kopflosigkeit gehen.
"Die einseitige Überbetonung der Sinnlichkeit im Sachunterricht scheint oft eher eine Sehnsucht der Erwachsenen nach der verlorenen, glücklichen Kindheit als die realistische Wahrnehmung kindlicher Bedürfnisse zu sein! " Schultheß, Klaudia (1995); Vom Sinn der Sinne im Sachunterricht Die traditionelle didaktische Forderung, anschaulich
zu unterrichten, deutet darauf hin, dass sich die Kinder ein Bild
machen müssen von den Dingen: Wir brauchen aber auch die Fähigkeit, mit diesen Wahrnehmungen denkend und kritisch umgehen zu können.
So kann man abschließend zurückkehren zu den Argumenten der ersten Fragestellung:
Sie sind die Grundlage für das Erkennen und Verstehen, für den Aufbau von Wissen und Erkenntnissen: Der Sachunterricht eröffnet den Kindern eine neue, erweiterte, geordnete Sicht der Dinge und Sachverhalte seiner Umwelt. Es geht nicht nur um den erlebnisorientierten Umgang mit den Dingen, sondern um das Initiieren von Lernprozessen im Dienste der Welterschließung und des Aufbaus von Kompetenzen und Haltungen. Christine Kloyber Didaktik Sachunterricht / PADL
Literatur: Breithecker, Dieter ( 1998), Sitzen-Stehen-Gehen-Wippen: Klassenzimmer, die bewegen, in: Praxis der Psychomotorik, Jg. 23 (4), Nov. 1998 Büchner,
H. C. R, (1997), Kunstunterricht in der Grundschule. Elementares Lernen
mit Feuer, Wasser, Erde, Luft. Kaiser, Astrid (1996), Einführung in die Didaktik des Sachunterrichtes, Schneider Verlag, Hohengeren Schultheß, Klaudia (1995), Vom Sinn der Sinne im Sachunterricht, in: Pädagogische Welt, 11/95, S.496
|
|
|
||||||||
|
|
||||||||
![]() |
|
|||||||
| Anregungen, Tipps, Wünsche an zip@.padl.ac.at | ||||||||