Wir orientieren uns in unserer Schulumgebung!

Welche Zielvorstellungen aus dem erdkundlichen Lernbereich möchten wir mit dem Erkunden des außerschulischen Lernortes "Schulumgebung" (bzw. Heimatort) verwirklichen?

von Christine und Heinz Kloyber

Wir hoffen, dass wir dadurch Anregungen für das Planen im jeweils eigenen Schulviertel geben können.

Dieser Rundgang zu wichtigen Straßen und Standorten soll dazu führen, dass die Kinder Orientierungshilfen erwerben (stumme Karte, thematische Planskizze, Gemeindeplan ...) und sich mit Raumordnungen denkend auseinandersetzen.

In der Folge sind interessante Anregungen und mögliche Aufgabenstellungen zu diesem Thema schlagwortartig aufgelistet und mit didaktischen Überlegungen ergänzt:

  1. Wichtige Haupt- und Nebenstraßen möglichst eigentätig erkunden und ihre Namen in eine Wegskizze eintragen. Die Kinder könnten versuchen am Ende eines erkundeten Weges selbst eine Raumskizze anzufertigen und mit vorgegebenen Plänen vergleichen.
  2. Durch gezielte Aufgabenstellung die Lage wichtiger Gebäude, Einrichtungen, Besonderheiten z.B. Kirche, Denkmäler, Brunnen, Haltestellen, Kreuzungen, Zebrastreifen, Geschäfte, schöne Fassaden, alte hohe Bäume, Spielanlagen ... bewusst wahrnehmen und in die Skizze eintragen bzw. auf der Skizze wieder finden können.
  3. Mit Hilfe einer vorgegebenen Planskizze Objekte und Plätze, die für Kinder in diesem Raum subjektiv bedeutsam sind besprechen, sie auf der Planskizze markieren oder sogar selbst eine solche thematische Skizze anfertigen (z.B. Plätze, die ich gerne aufsuche, die ich als unangenehm empfinde, wo ich gerne spiele, einkaufe, mich mit Freunde treffe, besonders vorsichtig verhalte ...).
  4. Die Kinder sollen versuchen, Geländeformen dieser Umgebung in kreativer Weise in die Planskizze einzutragen (z.B. abschüssiger Weg, Böschungen, steiler Wiesenhang, Hügel, Bach ...), um einer räumlichen Vorstellung der Umgebung anzubahnen.
  5. Vor dem Schulhaus oder an besonders geeigneten Stellen die Himmelsrichtungen bestimmen und von diesem Standpunkt aus Richtungsangaben zu anderen Raumpunkten angeben können. Dabei sollen sie erfahren, dass Angaben von Himmelsrichtungen vom jeweiligen Standpunkt abhängig sind.
  6. Nach der Erkundung des Schulweges sollen die Kinder mit Hilfe von Richtungsangaben einen Zielpunkt (Schatzkiste?) finden. Bei dieser Anwendungsaufgabe werden die vorher erworbenen Kenntnisse und Vorstellungen wiederholt und vertieft. Im Sinne von integrierendem Sachunterricht sich nach den Straßennamen erkundigen und erfahren, was uns die Straßennamen erzählen. Auch Haus- und Hofnamen können interessante Informationen liefern. Die Geschichte einiger bedeutsamer Gebäude könnte aufgearbeitet werden. Auch Kleindenkmäler tragen zum Kennenlernen der heimatlichen Umgebung bei.
  7. Geschäfte und Wirtschaftsbetriebe können auf einer Planskizze hervorgehoben werden. Eventuelle Produkte oder Prospekte können gesammelt und präsentiert werden und tragen dazu bei, dass abstrakte Planzeichen lebendig mit der Wirklichkeit verbunden werden
  8. Beim Erkundungsgang können wichtige Informationen aus Anschlagtafeln und Beschilderungen erforscht werden: z.B. Öffnungszeiten der Bibliothek, Fahrplanauskünfte bei Bushaltestellen, Gottesdienste, Ordinationszeiten des Gemeindearztes, Sprechstunden im Gemeindeamt usw. Damit wird auch der Auftrag nach umwelterschließendem Unterricht erfüllt.
  9. Die Schüler sollen die Lage von öffentlichen Gebäuden, Geschäften u.ä. in Wirklichkeit und auf dem Plan feststellen und überlegen, warum sie an diesem Standort zu finden sind. Das kann historische Gründe oder funktionsbestimmte Ursachen haben (günstige Erreichbarkeit, Parkplätze ...). Damit sollen erste Einsichten angebahnt werden, dass die räumliche Gestaltung unserer Umgebung nicht nur zufällig so entstanden sind, sondern von Bedürfnissen und von bestimmten Wertvorstellungen der Bewohner abhängig ist. Dadurch können wir verhindern, dass erdkundliches Lernen sich auf das bloße Aufzählen von Fakten beschränkt.

F TIPP!
Lehrer und Lehrerinnen können sich bei diesen Aufgabenstellungen auch moderner Informationsmittel (Internet, CDs ...) bedienen. Besonders um das Erstellen von Ortsplänen mit Hilfe von Luftbildern wollen wir uns bemühen.

Hilfen und Anregungen dazu bieten Ihnen das ZIP (Web: http://www.padl.ac.at/zip und E-Mail: zip@padl.ac.at ).
Als Materialprobe des Monats März 2000 wurde z.B. ein Erkundungsblatt am Beispiel der Schulumgebung der Übungsvolksschule der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz in der Kapuzinerstraße zusammengestellt.

Das Zentrum für innovative Pädagogik veranstaltet am 25. März 2000 einen, ebenfalls in dieses Großthema fallenden, Kurs: " Der Einsatz von traditionellen und neuen Medien zur Entwicklung der Raumvorstellung im SU".

Download: Disk.gif (1006 bytes)

Anschließend eine kleine Fotoreportage über einen Erkundungsgang rund um die Kapuzinerstraße in Linz:

 


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Autor: Christine und Heinz Kloyber   -
Zentrum für innovative Pädagogik an der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz
Layout. Sabine Reindl
Letzte Aktualisierung:   19. September 2001

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Anregungen, Tipps, Wünsche an zip@.padl.ac.at