Johann Heinrich Wichern Johann Heinrich Wichern

1808 - 1881

1808

Am 21. April wird Johann Hinrich Wichern in Hamburg als Sohn des Notars Johann Hinrich Wichern sen. und seiner Frau Caroline Maria Elisabeth, als ältestes von sieben Kindern geboren.

1814Besuch einer Privatschule
1818Aufnahme in die Bürger- und Gelehrtenschule Johanneum (Gymnasium)
1823Tod des Vaters.
1824

Tätigkeit als Erziehungsgehilfe; Beginn einer theologischen Ausbildung am Hamburger Akademischen Gymnasium.

1825Studium der Theologie an der Universität Göttingen.
1830Studium in Berlin; Vorlesungen bei Schleiermacher und Hegel
1831

Theologisches Examen; Übernahme einer Oberlehrerstelle (Leiter) der Sonntagsschule in der St. Georgsgemeinde unter Pastor Rautenberg.

1833

Am 12. September Gründungsversammlung des Rauhen Hauses; am 31. Oktober Einzug in das Rauhe Haus, Aufnahme der ersten drei Kinder.

1835Eheschließung mit Amanda Böhme.
1839Errichtung eines Brüderhauses als "Seminar für die Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche."
1851

Ehrendoktorwürde der theologischen Fakultät in Halle; Beauftragter der preußischen Regierung für das Gefängniswesen.

1857

Gründung des Brüderhauses Johannesstift Berlin Moabit zusammen mit Sendbrüdern des Rauhen Hauses.

1872Rückkehr ins Rauhe Haus.
1881

Am 7. April stirbt Johann Hinrich Wichern nach mehreren Schlaganfällen und langem Leiden in Hamburg.


Vergebung als Neuanfang: Wichern gestaltete den Empfang eines Kindes mit großer Sorgfalt, da dieser im Kind einen tiefen, bleibenden Eindruck hinterlassen sollte. Das Kind durfte die körperliche und seelische Verwahrlosung hinter sich lassen, was durch ein Reinigungsbad und durch einen Vergebungsakt versinnbildlicht wurde. Der Vorsteher hatte die Aufgaben, das Kind zur Erkenntnis seiner bisherigen Vergehen zu bringen, ihm aber gleichzeitig den Weg für einen Neuanfang zu zeigen. War das Kind sich seiner "Schuld" bewusst, nahm Wichern es mit den Worten auf:

"Mein Kind, dir ist alles vergeben! Sieh her, in was für ein Haus du aufgenommen bist! Hier ist keine Mauer, kein Graben, kein Riegel; nur mit einer schweren Kette binden wir dich hier, du magst wollen oder nicht, du magst sie zerreißen, wenn du kannst; diese heißt Liebe, und ihr Maß ist die Geduld. Das bieten wir dir; und was wir fordern, ist zugleich das, wozu wir dir verhelfen wollen, nämlich dass du deinen Sinn änderst und fortan dankbare Liebe übst gegen Gott und Menschen!

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