| Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Linz
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Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts haben Juden in der heutigen Linzer Altstadt nicht in einem Ghetto, sondern integriert gewohnt. Ausgelöst durch Unterstellungen eines angeblichen Hostienfrevels setzten ab 1420 Dezimierungen und Vertreibungen für Jahrhunderte ein. Zugleich waren aber am Hof Friedrich III. der angesehene jüdische Humanist Johannes Reuchlin und der Arzt und Rabbiner Jakob ben Jechiel Loans in Linz willkommen. Linz wurde durch Reuchlin ein besonderer Ort für das jüdische Schrifttum.
In den folgenden Jahrhunderten sind Juden in Linz nur auf den berühmten Linzer Märkten" anzutreffen.
Kaiserin Maria Theresia verfügte 1745 die Abschaffung der Juden aus ganz Oberösterreich".Im frühen 19. Jahrhundert befand sich in der unteren Badgasse ein Bethaus. Kapitalkräftige jüdische Industrielle zogen aus der Gegend von Nürnberg in Linz zu. Aus Böhmen und Mähren wanderten wenig begüterte, aber arbeitsame Familien zu. 1877 wurde in der Bethlehemstraße eine Synagoge im historistischen Stil erbaut.
Während des ersten Weltkrieges suchten jüdische Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina Zuflucht vor der russischen Armee in Linz.
Am 10. November 1938, in der sogenannten Kristallnacht, legten nationalsozialistische Österreicher Feuer und zerstörten den Tempel. Die Linzer jüdischen Bürger wurden zwischen 1938 und 1945 ermordet bzw. vertrieben.Nach der Befreiung Österreichs von der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft wurden die überlebenden jüdischen Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Nebenlager in Linz und Oberösterreich untergebracht. Zu ihnen gehörte auch Dipl.Ing. Simon Wiesenthal, der in der Gemeinde mehrere Jahre als geschäftsführender Präsident tätig war.
Als 1947 und 1948 auch einige ehemalige Linzer Gemeindemitglieder aus der Emigration zurückkehrten, wurde die Grundlage für die Wiedererrichtung der israelitischen Kultusgemeinde Linz geschaffen. 1965 versuchte die oberösterreichische Landesregierung durch ihre Beihilfe zum Bau einer neuen Synagoge in der Betlehemstraße eine Geste der Wiedergutmachung.
Die Tempelruine 1967 DR. KRAFT
Darstellung der Geschichte der Juden in Oberösterreich
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