Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Linz
Didaktik

LEHRERBILDUNG
BILDNERISCHE ERZIEHUNG

Lehrplan der PA - Hauptschullehrerausbildung BE

Kunstgeschichte: Überlick über die Entwicklung von Architektur, Plastik, Malerei und Grafik aus kunstpädagogischer Sicht an Hand ausgewählter Beispiele aus verschiedenen Epochen; besondere Berücksichtigung der europäischen Kunst; Längs- und Querschnitte.
Architektur und Umweltgestaltung: Einblick in Probleme der Architektur, des Städtebaues und Landschaftsschutzes unter Berücksichtigung historischer, ökonomischer, gesellschaftlicher und ästhetischer Bedingungen.

Didaktische Analyse:

Die Linzer Synagoge ist als Kunstwerk ein Beitrag zur Aufarbeitung der Schuld der Österreicher an den Juden und birgt Inhalte, von denen jeder denkende Österreicher betroffen ist. Authentische Betroffenheit von Studierenden kann sich dadurch äußern, daß sie den Wunsch haben, sich in das Kunstwerk fachtheoretisch zu vertiefen, oder daß sie es zum Anlaß für eigene Gestaltung nehmen wollen.
Bei der Linzer Synagoge haben ein Baukünstler, ein Maler und ein Bildhauer zusammengewirkt und versucht, unter Wahrung ihrer jeweils persönlichen Prinzipien ein übersummatives Ganzes zu schaffen. Der Zugriff der Gestaltung erfolgte vom Außenraum bis auf die Details der Ausstattung. In den Jahrzehnten seit diesem Unterfangen haben sich Architektur und Bildkunst weiterentwickelt und der Kunstbegriff hat sich geändert. Studierende der Bildnerischen Erziehung können diese Gegebenheiten im Rahmen von Seminararbeiten untersuchen. Je mehr dabei der Vergleich mit Gegenwartstendenzen der Architektur und der Bildenden Kunst zum Tragen kommt, umso ergiebiger fördern sie ihre Differenzierungsfähigkeit bezüglich der Kunst ihrer eigenen Zeit und bauen sich eigene Werthaltungen auf.
Eine fachtheoretische Auseinandersetzung kann unter vielen Gesichtspunkten erfolgen, zum Beispiel unter den Aspekten:

Um Konkreteres bezüglich der einzelnen Künstler vorzuschlagen:

Wollen die Studierenden sich praktisch bildnerisch tätig mit der Linzer Synagoge beschäftigen, bieten sich neben Foto- und Videodokumentationen grafische und farbige Abeiten an, wie sie in den Unterrichtsvorschlägen für BE in der Hauptschule gegeben sind. Es könnte auch ergiebig sein, gemeinsam die Bibelstelle von Jakobs Segen zu illustrieren. Wenn sie Fritz Fröhlichs Fresken noch nicht kennen und eine eigene Darstellungsform entwickeln, ist danach der Blick für eine kritische Auseinandersetzung sicherlich geschärft.
Zur fachdidaktischen Bearbeitung können Anregungen der Unterrichtsvorschläge für BE in der Hauptschule aufgegriffen, verbessert und konkretisiert werden

Anregungen und Wünsche an: hab@mail.padl.ac.atWebmaster Astrid Leeb