| Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Linz Didaktik LEHRERBILDUNG |
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Didaktische Analyse:
Aufgeschlossenheit für andere religiösen Traditionen als die eignen bietet Chancen zur Erweiterung des Bewußtseins und zur Selbsterfahrung.
Offenheit für eine fremde Religion kann bereichern, weil man sich durch die Erfahrung des anderen seiner selbst besser bewußt wird und dieses Bewußtsein über sich selbst hinaus erweitert.
Sich vorzustellen, wie sich der andere selber sieht und wie er sich selber als wertvolles Wesen erfährt, kann helfen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen und unterscheiden zu lernen, zwischen Merkmalen, die das Wesen ausmachen und damit unveränderlich sind, und Merkmalen, die zeitabhängig und veränderbar sind.Vorschlag 1
Ziele:
Die Studierenden können die Funktion, die prinzipielle Ausstattung und die Raumordnung einer traditionellen Synagoge im Vergleich zu einem christlichen Kultraum unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen beschreiben
Sie stellen die feststehenden Elemente einer modernen, bzw. Reformsynagoge fest
Wege:
Es wird ein Lehrausgang in die Linzer Synagoge vorgeschlagen. Die Studierenden erarbeiten zur Vorbereitung mittels Lexika grundlegende Informationen über Funktion, Geschichte, Beschaffenheit, Ausstattung etc. einer Synagoge - Literaturvorschlag: Brockhaus, Meyers, Lexikon des Judentums;
Sie versuchen, mit Juden ins Gespräch zu kommen, um sich authentisch über ihre Religion und die Bedeutung des Bethauses für die Religionsausübung zu informieren - dabei ist es interessant, auch etwas über die Gefühle und Stimmungen von religiösen Festen des Jahreskreises zu erfahren und diese mit der Gefühls- und Stimmungswelt der christlichen Feste zu vergleichen;
Im Seminar werden die Ergebnisse gesammelt und in einen strukturalen Zusammenhang eingeordnet;Die Pläne und Ansichten der Linzer Synagoge werden besprochen hinsichtlich
- der raumfunktionalen Anordnung,
- der zu erwartenden Wechselwirkung von Baukörper und Raum, außen sowie innen,
- der Wechselwirkung von Hell und Dunkel,
- des Zusammenhanges zwischen Lichtwirkung und Konzentration bzw. Medidation - es soll den Studierenden ermöglicht werden, sich vor der Besichtigung eine Vorstellung vom Bauwerk zu bilden.
Der Lehrausgang soll zunächst ausreichend Zeit bieten,
- das Bauwerk von allen Seiten von Außen zu betrachten,
- die sorgfältige Gestaltung und Ausführung der architektonischen Details bewußt wahrzunehmen,
- sich gegenseitig Mitteilungen über die subjektiven Empfindungen zu machen,
- zum verweilenden Betrachten und Erfahrungsaustausch im Inneren.
Die in der Vorbereitung erarbeiteten Informationen werden aufgefrischt und mit dem Raum und seiner Ausstattung in Beziehung gebracht.
Vorschlag 2
Ziele:
Die Studierenden sehen beim Ergründen visuell-künstlerischer Ausssagen zunächst von ihrer subjektiven Anmutung ab und stellen Beziehungen zwischen den visuellen Zeichen, den Bibeltexten und den Absichtserklärungen des Künstlers fest;
sie untersuchen, ob Äquivalenzen zwischen sprachlichem und visuell-künstlerischem Ausdruck feststellbar sind;
sie stellen visuelle Tatbestände und Ausdrucksgegebenheiten wertungsfrei fest;
sie teilen danach ihre persönlichen Anmutungen und Werthaltungen mit und zu begründen sie;
sie gehen auf zunächst Fremdes und Befremdendes ein und öffnen sich, um sich nach einer gründlicheren Auseinandersetzung ein Urteil zu bilden.
Wege:
Zur Vorbereitung des Lehrausganges vergleichen die Studierenden, wie Genesis 49,1 -28, verdeutscht von Martin Buber, der gleichen Stelle in der Einheitsübersetzung. Dabei achten sie auf die Kriterien Verständlichkeit, Vertrautheit, Knappheit und Ausdruckswirkung der Sprache - und beschreiben Unterschiede;
die Studierenden halten die Symbole für die Söhne Jaakobs schriftlich fest und ermitteln mit Lexika (Lexikon des Judentums oder Die Bibel von A-Z) Zusammenhänge zwischen diesen und der Stammesgeschichte (z.B.: DAN -> Schlange am Weg -> Siedlungsgebiet des Stammes und Kontrolle des Handelsweges zwischen Jerusalem und Damaskus);
beim Lehrausgang begründen die Studierenden die Darstellung der Stämme;
sie lesen wiederholend die Bibelstelle in beiden Übersetzungen vor, vergleichen diese und diskutieren über Äquivalenzen zwischen Texten und Malerei;
sie stellen fest, welche Farben der Künstler verwendet hat und welche Farben aus seiner Skala ausgeschlossen sind und sie charakterisieren den Ausdruckswert der Farben - in der Gesamtwirkung sowie an den Details - die Studierenden versuchen mit einfachen Farbstiften ausgewählte, besonders charakteristische Farbwirkungen festzuhalten;
zur Nachbereitung wird ein kurzer, persönlicher Bericht über die Erfahrungen mit der Schrift, dem Betraum und seiner Malerei verfaßt - etwa nach der Art einer Besprechung in einer Kulturzeitschrift.
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